Wildpferde in Aus

Der Weg führte erst einmal zurück nach Seeheim. Von hier aus sind wir dann der geteerten Fernstraße bis zum Atlantik gefolgt. In der Ortschaft Aus unternahmen wir einen Zwischenstopp und tankten den Wagen auf. Im dortigen Info Center bekamen wir Informationen über die Namib Wildpferde und zum früheren Internierungslager für deutscher Farmer, Militär-und Polizeiangehörige. Aus war einer von zwei Standorten, wo während des ersten Weltkriegs ein Internierungslager errichtet wurde. Unser Interesse richtete sich aber mehr den Wildpferde, die wir auf der Rückfahrt besuchten. Nach einem Imbiss im Info Center setzten wir die Reise Richtung Westen fort.

In Lüderitz übernachteten wir für zwei Nächte im Hotel Zum Sperrgebiet. Daher hatten wir Zeit für eine Besichtigungstour in der ehemaligen Diamantenstadt KOLMANNSKUPPE und für einen Stadtrundgang in Lüderitz.
Für den Besuch der ehemaligen Diamantenstadt braucht man ein Permint. Dieses bekamen wir in Lüderitz im Infocenter von „Lüderitz Safari & Tours“. Für das Permint zahlten wir zusammen 76,-N$ und dieses berechtigte neben den Eintritt auch die Teilnahme an eine der beiden geführten Touren vor Ort. Erwähnt werden sollte noch, dass diese Siedlung nur bis 13.00 Uhr besichtigt werden kann und ringsherum alles Sperrgebiet ist. Es ist erstaunlich wie gut viele Häuser in Kolmannskuppe noch erhalten sind, denn schon 1930 wurde der Diamantenabbau hier eingestellt und die Mine geschlossen. Der Boom begann 1908, nachdem ein Eisenbahnarbeiter die ersten Diamanten entdeckte. Den Arbeitern und ihren Familien erwartete hier in einer trostlosen Gegend ein Ort, wo es an nichts fehlte. Immerhin galt Kolmannskuppe damals als reichste Stadt Afrikas. Neben ein Theater, einer Kegelbahn oder der Turnhalle leistete man sich sogar eine Ortsbahn, welche die Damen von den Wohnhäusern zur Ladenpassage brachte. Natürlich fehlte auch keine Schule oder ein Krankenhaus. Langsam aber holt sich die Natur ihr Gebiet zurück, denn die Sanddünen der Namib wachsen immer weiter in die Häuser hinein.

LÜDERITZ ist ein kleiner Ort mit etwa 8.000 Einwohnern wo die saisonbedingte Langustenfischerei zur Haupteinnahmequelle zählt und reich an Kolonialbauten, die teilweise restauriert wurden. Schon von weiten sahen wir die Felsenkirche, das Wahrzeichen von Lüderitz. Nicht verwunderlich überragt sie doch alle Gebäude der Stadt. Auf Shark Island erinnert eine Bronzeplatte an den Stadtgründer Adolf Lüderitz.
Zwar erinnern noch viele Gebäude an die deutsche Kolonialgeschichte, aber deutsch spricht man hier nur noch selten. Die meisten, vor allem die jüngeren Deutschstämmigen haben die Stadt verlassen und so ließ man schon für den Rosenmontagsumzug junge Frauen aus Windhoek einfliegen.