Von Khorixas zum Etoscha Nationalpark

Teerstraßen bis zum Okaukujeo Rastlager, innerhalb des Etoscha Nationalpark: Sand-bzw. Schotterpiste Teerstraßen bis zum Okaukujeo Rastlager, innerhalb des Etoscha Nationalpark: Sand-bzw. Schotterpiste. In den folgenden Tagen erlebten wir die faszinierende Welt des Etoscha Nationalparks.Da die Straßen geteert waren und die Distanz gerademal 260 km betrug, brauchten wir nur 2 Stunden und 30 Minuten von Khorixas bis zum Anderson Gate, dem Westtor des Etoscha Nationalparks. Hier bekamen wir einen Laufzettel dem wir im Büro des Okaukuejo Rastlagers vorlegen mussten, um dort die Parkgebühren zu bezahlen. Insgesamt blieben wir 3 Tage im Nationalpark. Zweimal übernachteten wir im Okaukuejo Rastlager und eine Nacht im Namutoni Rastlager. Zebraherde Der ETOSCHA NATIONALPARK umfasst ein Gebiet von 22912 km² und verfügt über ein groß angelegtes Pistennetz, welches sich um und zwischen den drei Rastlagern Okaukuejo, Halali und Namutoni, sowie den zahlreichen Wasserstellen erstreckt.

Wir legten auf unseren Pirschfahrten insgesamt über 530 km zurück.Einen größeren Teil des Parks nimmt die 4731km² große Etoschapfanne ein. Diese Pfanne ist meistens trocken, außer wenn nach schweren Regenfälle die Flüsse im Norden überflutet sind. Vor einigen Millionen Jahren war diese ausgetrocknete Pfanne noch ein großer Binnensee und hatte wenig mit der Bedeutung des Namens Etoscha zu tun. Denn der Name „Etoscha“ bedeutet Großer Weißer Platz. Nach der Ankunft im OKAUKUEJO RASTLAGER bezahlten wir erst einmal die Parkgebühren und bezogen dann unseren Bungalow nahe dem Wasserloch. Okaukuejo diente als Kontrollstelle für die im Jahre 1897 ausgebrochene Rinderpestepidemie, als die deutschen Behörden den nördlichen Teil des Landes abgrenzten. Es wurde ein befestigter Militärposten errichtet, welcher später in eine Polizeistation umgewandelt wurde. Heute ist Okaujuejo Verwaltungs- und Forschungszentrum der Etoschapfanne und das beliebteste Rastlager des Nationalparks. Diese Beliebtheit liegt am Wasserloch, wo eine Vielzahl von Zebra,- Gnu- und Oryxherden ihren Durst stillen. An beiden Abenden kamen gegen 21.00 Uhr Spitzmaulnashörner zum nun beleuchteten Wasserstelle, wo nur eine kleine Steinmauer uns von den Tieren trennte.Noch am ersten Tag brachen wir am Nachmittag zur einer 3-stündigen Pirschfahrt auf. Wir fuhren Richtung Anderson Gate um die sich dort in der Nähe befindende natürliche Wasserstelle Ombika zu besuchen. Nicht weit vom Wasserloch konnten wir eine Giraffe beobachten. Kurze Zeit später fuhren wir weiter zu den Wasserstellen Gaseb, Gemsbokvlakte und Olifantsbad. Besonders die künstliche Wasserstelle Olifantsbad war sehenswert, da wir hier Steinböcke, Kuhantilopen, Schwarznasen-Impalas und Kudus antrafen.

Auf der Rückfahrt (23 km) zum Rastlager kreuzten einige Giraffen unseren Weg. Am zweiten Tag unternahmen wir nach dem Sonnenaufgang eine weitere Pirschfahrt. Da wir am Vortag gute Erfahrung mit der Olifantsbad-Wasserstelle gemacht haben, war diese das erste Ziel unseres Rundkurzes. Auch diesmal konnten wir Impalas und Steinböcke am Wasserloch beobachten. Etwa 9 km weiter befand sich das natürliche Wasserloch Aus, welches unser zweites Ziel war. Etwas enttäuscht fuhren wir weiter zu den Wasserstellen Ondongab und Kapupuhedi. Beide befinden sich an der Hauptpiste Okaukuejo – Halali. Langsam begaben wir uns wieder Richtung Rastlager und hatte zu diesem Zeitpunkt nur wenige Tiere beobachten können. Aber dann auf einmal Stau auf der Hauptpiste. Ein Löwenrudel trottelte gemütlich auf dieser dahin und machten gar nicht den Eindruck, als ob sie die Piste bald verlassen werden. Bei einer Unterführung verließen die Löwen aber dann doch die Piste und suchten sich ein schattiges Plätzen. Wir kehrten nach drei Stunden ins Rastlager zurück.Nachmittags trieb uns die Sehnsucht nach weiteren Tieren zur einer erneuten Pirschfahrt hinaus. Diesmal waren wir fünf Stunden unterwegs. Das Ziel waren die nördlichen Wasserlöcher vom Rastlager aus. Anders als bei unseren anderen beiden Pirschfahrten begegneten wir hier viele Springböcke, aber auch Zebra- und Gnuherden. Die beiden Wasserlöcher Wolfsnes und Okondeka liegen direkt an der Etoschapfanne, aber bei beiden konnten wir keine Tiere beobachten.Da die Pisten zur Adamax-Wasserstelle gesperrt waren, fuhren wir noch zum Leeubron-Wasserloch. Aber auch hier waren kaum Tiere anzutreffen und so machten wir uns auf den Weg zu den von uns favorisierten Wasserstellen Olifantsbad und Aus. Hier trafen wir wieder auf Impalas und Kudus. Bei der Rückfahrt in der Abenddämmerung waren auch Giraffen an der Piste zu sehen.Am dritten Tag brachen wir nach dem Frühstück zum Namutoni Rastlager auf. Beide Rastlager liegen ca. 140km von einander entfernt. Wir hatten also genügend Zeit um unterwegs einige Wasserlöcher anzufahren. Mittags machten wir Pause im Halali Lager, welches ca. 60km von Okaukuejo entfernt war.An der künstlichen Wasserstelle Kalkheuwel wurde unsere Hartnäckigkeit belohnt. Nach etlichen Minuten des Wartens tauchte aus dem Dickicht ein Elefant auf. Nach einer ausgiebigen Beobachtung mussten wir uns dann aber doch irgendwann auf dem Weg zum NAMUTONI machen. Namutoni diente während der Rinderpest Epidemie 1897 als Kontrollstelle. Später nach der Epidemie kontrollierte Namutoni als Grenzposten den Handel mit Owamboland. Das Fort wurde zwischen 1902 und 1903 erbaut und nur ein Jahr später von den Owambos wieder zerstört. Nach den ursprünglichen Plänen wurde das Fort 1906 wieder aufgebaut und 1950 zum Nationaldenkmal erklärt. Seit 1957 ist das Rastlager für den Tourismus geöffnet. Namutoni hieß ursprünglich in der Hererosprache Omutjamatinda was „von oben herab stark fließendes Wasser“ bedeutet.Noch am späten Nachmittag unternahmen wir eine fast 3-stündigen Pirschfahrt. Wir wollten die Fischerpfanne umrunden, welche den größten Teil des Jahres eigentlich unter Wasser stehen soll. Nach 12 km an der Wasserstelle Twee Palms war unsere geplante Umrundung zu Ende. Der Pistenabschnitt durch die Pfanne war gesperrt und so mussten wir wieder umkehren. Daraufhin besuchten wir die Wasserstellen Tsumcor, Groot Okevi und Klein Okevi. Bis zum Sonnenuntergang war noch Zeit und so entschlossen wir unser Glück an der Wasserstelle Klein Namutoni und dem Dikdik Drive. Diese Entscheidung bereuten wir nicht, Giraffen wo hin wir schauten. So viele hatten wir noch nie in so kurzer Zeit zusehen bekommen. Am Ende werden es wohl um die 30 Giraffen gewesen sein, die hier in dieser Gegend um die Wasserstelle und dem Rundkurs umherstreiften.Der Dikidik-Drive ist ein 6 km langer Rundkurs wo die kleinste Antilopenart des südlichen Afrika, das Damara Kirkdikdik vorkommt. Auf der Rückfahrt vom Rundkurs konnten wir dann an der Wasserstelle Klein Namutoni eine Warzenschwein Familie beobachten.Nach einer Nacht im Namutoni Lager konnten wir der Faszination des Etoscha Nationalparks nicht wiederstehen und sind vor der Abreise noch einmal zur Wasserstelle Klein Namutoni gefahren. Und wie schon am Vortag waren Giraffen am Wasserloch.