Unterwegs auf Entdeckung in Windhuk

Im Oktober / November 2014 waren wir knapp drei Wochen auf Entdeckungstour durch Namibia. Dabei legten wir mit den Mietwagen, einem Nissan X-Trail genau 4.900 km zurück. Hier wollen wir einen kurzen Ablauf unserer Tour wiedergeben und auf den folgenden Seiten stehen 220 Bilder, die auch vergrößert werden können, zur Ansicht bereit.  Unsere Reise begann in WINDHOEK, wo wir einen ganzen Tag für einen Stadtbummel zur Verfügung hatten. Übernachtet haben wir im Safari Court Hotel welches auch einen kostenlosen Shuttles-Service in die Innenstadt anbot. Nur wenige Gehminuten vom Touristencenter entfernt befinden sich in der Robert Mugabe Avenue die wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

  1. Christuskirche
  2. Reiterdenkmal
  3. Tintenpalast
  4. Alte Feste

Als ersten erblickten wir die Christuskirche. Sie wurde nach Plänen des Architekten Gottlieb Redecker gebaut und 1910 eingeweiht. Die Kirche ist das Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Gemeinde. Das Baumaterial besteht überwiegend aus Kalkstein, welcher in der Nähe der Stadt abgebaut wurde.

Gleich daneben stießen wir auf das Reiterdenkmal, welches an die deutschen Gefallenen der Herero-und Hottentotten-Aufstände von 1903 bis 1907 erinnern soll. Die angebrachte Gedenktafel am Sockel des Denkmals ist in deutscher Schrift. Da es nur an die deutschen Gefallenen erinnert ist es ein umstrittenes Monument und wird vielleicht eines Tages abgerissen und kommt ins Museum, welches sich in der Alten Feste befindet. Dieses befindet sich nur wenige Schritte weiter. Die Alte Feste wurde 1890 erbaut und sollte den Angehörigen der Deutschen Schutztruppen sowie den ersten Siedlern Schutz bieten. Ursprünglich hatten die Außenmauern nur Schießscharten, erst später wurden die Veranden angebaut. In den 20ziger Jahren diente die Feste als Schülerheim und 1957 wurde sie zum Historischen Monument erklärt. Heute ist hier das namibische Staatsmuseum untergebracht. Als Besucher mussten wir zwar keinen Eintritt zahlen, aber wurden darauf hingewiesen eine Spende zu hinterlassen. Vor allem die Ausstellung über die Fundorte von Felsgravuren in Namibia hat uns hier im Museum gefallen.

Gegenüber der Christuskirche befindet sich der Sitz des Parlaments. Ein Regierungsgebäude mit dem Spitznamen „Tintenpalast“, weil die Beamten hier viel Tinte verschreiben. Das Gebäude stammt ebenfalls aus der Kolonialzeit und wurde vom damaligen Regierungsbaumeister Gottlieb Redecker entworfen. Es war das ehemalige Verwaltungsgebäude des Schutzgebietes und wurde 1913 eingeweiht.Später sind wir zum Bahnhof von Windhoek gelaufen. Dieser befindet sich in der Bahnhofsstraße, welche von der Independence Avenue abzweigt. Der Bahnhof liegt etwas entfernt von den anderen oben aufgeführten Sehenswürdigkeiten. Er wurde 1912 fertiggestellt und dient heute als Denkmal, Museum und natürlich auch noch als Bahnhof. Das ehrenamtliche aufgebaute Transnamib Museum ist nicht nur für Eisenbahnfans interessant. Obwohl das Museum geschlossen war und erst in gut 45 Minuten wieder öffnen sollte, ließ man uns trotzdem rein und so erfuhren wir bei der deutschsprachigen Führung einiges über die namibische Eisenbahngeschichte.

Windhoek Hauptstadt von Namibia

Von der Namibischen Hauptstadt fuhren wir in die Kalahari Region zur Kalahari Anib Lodge, die sich am Rande des Gondwana KALAHARI Park befindet. Bis zur Einfahrt auf das Farmgebiet der Lodge sind die Straßen geteert und nur die letzten 1-2km zur Rezeption muss auf eine Sandpad zurückgelegt werden.
„Pads“ – so bezeichnet man in Namibia die Straßen.

Am späten Nachmittag unternahmen wir eine geführte 3-stündige Sundowner-Fahrt durch den ca. 100km² großen Gondwana Kalahari Park. Dieser Park gehört wie noch drei andere private Naturparks zur Gondwana Desert Collection. Auf der Fahrt sahen wir Springböcke und Oryxantilopen zwischen den hier typisch aus rotem Sand bestehenden Kalahari-Dünen, sowie riesige Webervogelnester in den Bäumen. Während wir auf einer dieser Dünen dem Sonnenuntergang entgegenblickten, beobachtete uns misstrauisch ein Oryxbock.
Zum Abendessen wurde ein mehr gängiges Menü serviert und zum ersten mal kosteten wir Springbock Fleisch. Das Menü wurde in Deutsch und Englisch erklärt und zur Überraschung erzählte eine San-Frau dies alles noch in der Klicksprache.

Fish River Canyon und Naturschutzgebiet Gondwana Desert Collection

Das nächste Etappenziel war der FISH RIVER CANYON im Süden von Namibia, wo wir in der Cañon Lodge übernachteten. Die letzten 117km (ab der Ortschaft Seeheim) war dann bis zur Unterkunft eine reine Schotterpiste. Sowohl diese Hauptstraße, als auch die spätere Pad D601 waren in einem guten Zustand und so erreichten wir die Lodge ohne Probleme.Das nächste Etappenziel war der FISH RIVER CANYON im Süden von Namibia, wo wir in der Cañon Lodge übernachteten. Die letzten 117km (ab der Ortschaft Seeheim) war dann bis zur Unterkunft eine reine Schotterpiste. Sowohl diese Hauptstraße, als auch die spätere Pad D601 waren in einem guten Zustand und so erreichten wir die Lodge ohne Probleme.Auch hier unternahmen wir eine Sundowner-Fahrt.

Noch vor dem Abendessen fuhren durch den Gondwana Cañon Park. Mit 1.120 km² Fläche und durch den ersten Landerwerb 1995 ist dieser Park das größte und älteste Naturschutzgebiet der Gondwana Desert Collection. Obwohl hier Springböcke, Gemsböcke (Oryantilopen), Kuhantilopen und Bergzebras beheimatet sind, konnten wir bis auf nur wenige Springböcke keine weiteren Tiere beobachten. Dafür sahen wir hier etliche Köcherbäume und erlebten einen weiteren herrlichen Sonnenuntergang. Am nächsten Vormittag ging es erst einmal zu einem Aussichtspunkten des Canyons, der mit seiner Länge von 161km und Breite bis zu 27km zwar deutlich kleiner als der Grand Canyon in den USA ist, aber dennoch zu den größeren Canyons der Erde zählt. Die Entstehung begann vor 120 Millionen Jahren, als der südliche Urkontinent Gondwana auseinanderbrach. Dabei hoben sich die Ränder des afrikanischen Bruchstücks und somit stieg das Gefälle des Fischflusses. Vor vielen Millionen Jahren führte der Fluss noch sehr viel Wasser. Dagegen erlebten wir, dass in der Trockenzeit nur sehr wenig Wasser im längsten Fluss Namibias fließt. Da noch Zeit war und wir weitere Eindrücke vom Canyon sammeln wollten, sind wir zu einem zweiten Aussichtspunkt gefahren. Dieser lag ca. 8km vom Haupt Aussichtspunkt entfernt. Unterwegs kreuzten Klippspringer unseren Weg. Auf der Rückfahrt vom zweiten Aussichtspunkt ging dann einem Reifen die Luft aus. Es war die einzige Panne in den knapp drei Wochen. Nach dem Reifenwechsel machten wir uns auf den Weg zur Atlantikküste nach Lüderitz.

Wildpferde in Aus

Der Weg führte erst einmal zurück nach Seeheim. Von hier aus sind wir dann der geteerten Fernstraße bis zum Atlantik gefolgt. In der Ortschaft Aus unternahmen wir einen Zwischenstopp und tankten den Wagen auf. Im dortigen Info Center bekamen wir Informationen über die Namib Wildpferde und zum früheren Internierungslager für deutscher Farmer, Militär-und Polizeiangehörige. Aus war einer von zwei Standorten, wo während des ersten Weltkriegs ein Internierungslager errichtet wurde. Unser Interesse richtete sich aber mehr den Wildpferde, die wir auf der Rückfahrt besuchten. Nach einem Imbiss im Info Center setzten wir die Reise Richtung Westen fort.

In Lüderitz übernachteten wir für zwei Nächte im Hotel Zum Sperrgebiet. Daher hatten wir Zeit für eine Besichtigungstour in der ehemaligen Diamantenstadt KOLMANNSKUPPE und für einen Stadtrundgang in Lüderitz.
Für den Besuch der ehemaligen Diamantenstadt braucht man ein Permint. Dieses bekamen wir in Lüderitz im Infocenter von „Lüderitz Safari & Tours“. Für das Permint zahlten wir zusammen 76,-N$ und dieses berechtigte neben den Eintritt auch die Teilnahme an eine der beiden geführten Touren vor Ort. Erwähnt werden sollte noch, dass diese Siedlung nur bis 13.00 Uhr besichtigt werden kann und ringsherum alles Sperrgebiet ist. Es ist erstaunlich wie gut viele Häuser in Kolmannskuppe noch erhalten sind, denn schon 1930 wurde der Diamantenabbau hier eingestellt und die Mine geschlossen. Der Boom begann 1908, nachdem ein Eisenbahnarbeiter die ersten Diamanten entdeckte. Den Arbeitern und ihren Familien erwartete hier in einer trostlosen Gegend ein Ort, wo es an nichts fehlte. Immerhin galt Kolmannskuppe damals als reichste Stadt Afrikas. Neben ein Theater, einer Kegelbahn oder der Turnhalle leistete man sich sogar eine Ortsbahn, welche die Damen von den Wohnhäusern zur Ladenpassage brachte. Natürlich fehlte auch keine Schule oder ein Krankenhaus. Langsam aber holt sich die Natur ihr Gebiet zurück, denn die Sanddünen der Namib wachsen immer weiter in die Häuser hinein.

LÜDERITZ ist ein kleiner Ort mit etwa 8.000 Einwohnern wo die saisonbedingte Langustenfischerei zur Haupteinnahmequelle zählt und reich an Kolonialbauten, die teilweise restauriert wurden. Schon von weiten sahen wir die Felsenkirche, das Wahrzeichen von Lüderitz. Nicht verwunderlich überragt sie doch alle Gebäude der Stadt. Auf Shark Island erinnert eine Bronzeplatte an den Stadtgründer Adolf Lüderitz.
Zwar erinnern noch viele Gebäude an die deutsche Kolonialgeschichte, aber deutsch spricht man hier nur noch selten. Die meisten, vor allem die jüngeren Deutschstämmigen haben die Stadt verlassen und so ließ man schon für den Rosenmontagsumzug junge Frauen aus Windhoek einfliegen.

Wüste Namib auf unserer Reise durch Namibia

Von Lüderitz fuhren wir zur Tolou’s Lodge, die am RAND DER NAMIB liegt. Gut die Hälfte der 370km legten wir auf der geteerten Fernstraße zurück. Ab der Ortschaft Aus fuhren wir über Helmringhausen bis zur Unterkunft ausschließlich auf Sand-bzw. Schotterpisten. Hier am Rand der Namib blieben wir für drei Nächte und hatten somit viel Zeit für Aktivitäten. So besuchten wir das Schloss Duwisib und die Sossusvlei-Region. Von Lüderitz fuhren wir zur Tolou’s Lodge, die am RAND DER NAMIB liegt. Gut die Hälfte der 370km legten wir auf der geteerten Fernstraße zurück. Ab der Ortschaft Aus fuhren wir über Helmringhausen bis zur Unterkunft ausschließlich auf Sand-bzw. Schotterpisten. Hier am Rand der Namib blieben wir für drei Nächte und hatten somit viel Zeit für Aktivitäten.

So besuchten wir das Schloss Duwisib und die Sossusvlei-Region.Zuvor etwa 135km von Lüderitz entfernt erreichten wir das Revier der NAMIB-WILDPFERDE. Circa 20km vor Aus geht eine Pad zur Futter und Wasserstelle ab. Nach 1-2km erreichten wir die künstlich angelegte Quelle und tatsächlich trafen wir hier um die 70 Pferde an. Woher die Pferde ursprünglich stammen ist noch ein Geheimnis. Aus Reisebüchern sowie aus dem Info-Center in Aus geht hervor, dass sie Nachkommen von den deutschen Schutztruppenpferden sind. Nach unserer ersten Nacht in der Tolou’s Lodge fuhren wir zum SCHLOSS DUWISIB, welches Hansheinrich von Wolff um 1909 aus Sandstein erbauen ließ. Um 1907 oder 1908 erwarb von Wolff die Farm Duwisib mit 20.000 Hektar und vergab dann den Bauauftrag für dieses Schloss an den Architekten Wilhelm Sander, der auch am Bau des Tintenpalastes in Windhoek beteiligt war. Ab 1910 vergrößerte er die Farm, als er Land vom Staat und aus privater Hand kaufte. Von Wolff wurde ein bekannter Pferdezüchter und manch einer glaubt, dass einige seiner Pferde die Vorfahren der Namib Wildpferden waren. Mit seiner amerikanischen Frau lebte von Wolff hier bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914. In der Schlacht an der Sommè kam er 1916 ums Leben. Seine Frau lebte danach in München und kehrte nie wieder nach Duwisib zurück. Das Schloss lag etwa 50km von der Lodge entfernt und war nur über Sand-bzw. Schotterpisten erreichbar.

Am Abend lud uns der Verwalter der Lodge zu einer Farmrundfahrt ein, wo wir neben einigen Oryxherden in einer bezaubernden Landschaft auch viel über das heutige Farmleben erfuhren. Auf einer Düne haben wir dann eine Pause eingelegt und den Sonnenuntergang beobachtet. Die Namib ist vermutlich die älteste aller Wüsten und erstreckt sich entlang der Atlantikküste Namibias. Die „große Leere“ – wie diese Trockenwüste in der Sprache der Nama heißt, reicht bis ca. 160km Landeinwärts.Etliche Pflanze und Tiere nutzen den Nebel, der von Mai bis September in den kalten Frühmorgen Stunden in die Wüste zieht als Feuchtigkeitsquelle. Bekannt ist die Wüste vor allem wegen ihren Sanddünen, die je nach Sonnenstand ihre Farbe ändern.  In den nächsten Tagen werden wir noch andere Abschnitte der Namib, wie das Sossusvlei oder die Skelettküste kennenlernen.

Nach einer weiteren Nacht unternahmen wir einen Tagesausflug ins 110km entfernte Sossusvlei und zum Sesriem Canyon. In Sesriem angekommen, besorgten wir uns hier am Eingangstor des Sossusvlei das Permint für den Park. Mittlerweile sind die 68km zum Parkplatz für PKW geteert und sorgten für ein angenehmes Fahrgefühl.Nach 45km erreichten wir die Düne 45, welche zu den meist fotografiertesten Dünen gehört. Sie ist ca. 170m hoch und kann erklommen werden, wenn einem nicht die Kondition ausgeht. Weiter ging es zum PKW-Parkplatz und ein Allrad-Shuttle brachte uns anschließend zum Sossusvlei. Das SOSSUSVLEI ist eine große Lehmsenke, die von roten Dünen umschlossen wird und nur nach heftigen Regenfällen für kurze Zeit mit Wasser gefühlt ist. Die vielen Touristen verraten uns, das diese Senke zu den Hauptsehenswürdigkeiten Namibias gehört und so machten wir uns nach einer Stunde auf dem Weg zu einer weniger besuchten Senke.Entlang der Sanddünen erreichten wir nach knapp 30 Minuten das Dead Vlei. Hinter einer der Dünen erblickten wir dann diese Senke, die uns auf Grund der Lagen persönlich weit aus besser gefiel als das Sossusvlei.

Hier sind selbst die Kameldornbäume, eigentlich extreme Überlebenskünstler mit ihren bis zu 60 Meter tiefen Wurzeln, seit sich vor Jahrhunderten Wanderdünen zwischen den Fluss Tsauchab und jener Senke geschoben hat verdorrt.Bevor wir uns auf die Rückfahrt von Sesriem zur Lodge machten, sind wir noch zum Sesriem Canyon gefahren. Dieser ist nur ein kurzes Stück vom Eingangstor entfernt. Der Tsauchab-Fluss hat sich vor Millionen von Jahren ca. 50 m tief in das schieferartige Gestein hineingefressen. Heute führt der Fluss hier im Canyon kaum noch Wasser.

Erholung in Namibia Swakopmund

Nach diesen aufregenden Tagen am NamibRand führte uns die Reise wieder zu Küste nach Swakopmund, wo wir für zwei Nächte im Hotel Deutsches Haus übernachteten. Für die 476km brauchten wir fast 9 Stunden. Kurz vor Walvis Bay ging die Piste in eine geteerte Straße über. Von der heute wichtigsten Hafenstadt Namibias waren es dann noch einmal 30km bis nach Swakopmund.

Auch hier ließen wir uns Zeit für Aktivitäten, wie zum Beispiel die Bootstour in der Walvis Bay Bucht. Am nächsten Morgen wurden wir vom Shuttleservice des Namibia Wildlife Resorts abgeholt und zum Hafen von WALVIS BAY gebracht. Schon in Deutschland hatten wir über das Internet bei Namibia Wildlife Resorts eine Bootstour mit „Mola Mola Safaris“ gebucht. Diese Exkursion führte uns durch den Tiefseehafen zu verschiedenen Points mit Robben Beobachtung. Einige Robben durften dann auch bis auf das Boot, wo sie gefüttert und gestreichelt wurden. Unterwegs wurde uns ein Imbiss mit Sekt und frischen Austern gereicht, den wir dick eingehüllt in Decken dankend annahmen. Frisch bzw. kalt wurde nicht nur uns, sondern auch den anderen acht Mitfahrern. Das Boot war aber zum Glück mit genügend Decken ausgerüstet.

Nach der Rückkehr vom Bootsausflug hatten wir am Nachmittag noch genügend Zeit für einen Stadtbummel durch SWAKOPMUND, wo die architektonischen deutschen Wurzeln unübersehbar sind. In der zweitgrößten Stadt Namibias leben noch viele Einwohner deutscher Abstammung. Zu den interessanten Sehenswürdigkeiten zählt das Alte Amtsgericht, welches eigentlich als eine Schule geplant war, aber 1909 zum Gerichtsgebäude umfunktioniert wurde.

Nur wenige Gehminuten vom Amtsgericht ist der Leuchtturm, das Wahrzeichen der Stadt entfernt. Der Leuchtturm wurde 1902 erbaut und 1910 auf 21m erhöht. Im Cafe in der Gartenanlage legten wir eine kleine Rast ein. Weitere sehenswerte Punkte waren unter anderem der frühere Bahnhof, welcher 1901 erbaut wurde und heute als Luxushotel dient. Die 1909 erbaute Evangelisch-Lutherische Kirche oder die 1905 erbaute Kaserne.

Skelettküste nach Terrace Bay mit Pelzrobben Kolonie

Wir blieben der Küste treu und fuhren die Skelettküste entlang bis nach Terrace Bay. Bis zur Unterkunft im Terrace Bay Resort waren es harte 374 km Salzpiste. Unterwegs hielten wir am CAPE CROSS wo eine Pelzrobbenkolonie beheimatet ist. Das Reservat liegt ca. 7 km von der Hauptstraße entfernt. Nach etwa 4 km kamen wir am Reservatsbüro vorbei, wo wir den Eintritt bezahlten. Besucht werden konnte das Reservat täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr. Die hier lebende Kolonie besteht aus bis zu 250.000 Tieren. Nach weiteren 75 km erreichten wir den Kontrollposten am Eingang des SKELETON COAST PARK. Zwar schien die Sonne, aber der starke Wind sollte uns noch später etwas zu schaffen machen. Ab dem Eingangstor waren es noch einmal 163 km bis nach Terrace Bay. Dieser Etappen Abschnitt war ein wenig gewöhnungsbedürftig, da der Weg uns in einer der urtümlichsten Landschaften der Welt führte. Vorbei an verrosteten Schiffswracks, an einer alten Öl-Förderungsanlage und trotz der starke Winde, die für ordentliche Verwehungen sorgten und somit teilweise die Sicht nur wenige Meter betrug, erreichten wir nach 7 Stunden Terrace Bay. Erstaunlich dass in den grünen „Oasen“ zwischen den Dünen sich Tiere wie Springböcke oder Oryxantilopen verirrt haben. In Terrace Bay sahen wir dann noch zwei Zwergpelzrobben.

Felsgravuren von Twyfelfontein

Von der Skelettküste aus fuhren wir ins DAMARALAND. Dies war nur eine kleine Etappe, denn schon nach 268km erreichten wir den kleinen Ort Khorixas, wo wir zwei Nächte in der Gowati Lodge blieben. Hier in der näheren Umgebung befinden sich der versteinerte Wald und die Felsgravuren von Twyfelfontein.
Am nächsten Tag brachen wir nach dem Frühstück zu einer kleinen Rundfahrt auf und sind als erstes zum versteinerten Wald gefahren. Nach dem Eintrag ins Besucherbuch und der Bezahlung des Eintritts wurde uns ein Guide zugeteilt, der uns begleitete und einiges über die Herkunft des Waldes erzählte.
Beim versteinerten Wald handelt es sich um einen Urzeitnadelwald der vor über 300 Millionen Jahren in Zentralafrika wuchs. Dieser wurde vermutlich durch Flüsse angeschwemmt. Über den Prozess der Versteinerung wollen wir hier jetzt nicht schreiben, würden dann wieso nur aus Reisebüchern zitieren. Teilweise sind die Stämme fast vollständig erhalten und man erkennt sogar die Jahresringe. Vereinzelt wachsen zwischen den Bäumen Welwitschias.
Weiter führte uns der Weg entlang verschiedener Sandpisten zu den Felsgravuren von Twyfelfontein.

Auch hier bekamen wir einen Guide zur Seite, der uns dann zu den Gravuren führte. Twyfelfontein ist der reichste Fundort von Felsgravuren in Namibia und wurden schon zur deutschen Kolonialzeit entdeckt. Nach einer kurzen Einführung durch den Guide, mussten wir uns für einen der beiden vorhandenen Pfade entscheiden. Diese Routen sind unterschiedlich lang und dauern zwischen 60 und 90 Minuten. Wir entschieden uns für den Löwen Pfad, den wohl beliebtestes Weg. Neben den Platten mit unzähligen Tiermotiven gibt es auch Kartendarstellung mit Wasserlöchern. Die Gravuren, so schätzt man, haben ein Alter von bis zu 10.000 Jahren, wobei der größte Teil aus der Zeit vor 2.500 Jahren stammt.
Etwas abseits und weniger besucht sind die Orgelpfeifen. Diese Basaltsäulen sind vor ca. 120 Millionen Jahren entstanden, als Lava in das Schiefergestein eindrang und zu Säulen erstarren ließ. Sie befinden sich in einer Schlucht und sind bis zu 5m hoch.
Am Nachmittag waren wieder zurück in der Lodge und hatten 234km zurückgelegt. Die Straßen bzw. Pisten waren in einen ordentlichen Zustand, so dass man ohne Probleme diese auch mit einem PKW befahren konnte.

Von Khorixas zum Etoscha Nationalpark

Teerstraßen bis zum Okaukujeo Rastlager, innerhalb des Etoscha Nationalpark: Sand-bzw. Schotterpiste Teerstraßen bis zum Okaukujeo Rastlager, innerhalb des Etoscha Nationalpark: Sand-bzw. Schotterpiste. In den folgenden Tagen erlebten wir die faszinierende Welt des Etoscha Nationalparks.Da die Straßen geteert waren und die Distanz gerademal 260 km betrug, brauchten wir nur 2 Stunden und 30 Minuten von Khorixas bis zum Anderson Gate, dem Westtor des Etoscha Nationalparks. Hier bekamen wir einen Laufzettel dem wir im Büro des Okaukuejo Rastlagers vorlegen mussten, um dort die Parkgebühren zu bezahlen. Insgesamt blieben wir 3 Tage im Nationalpark. Zweimal übernachteten wir im Okaukuejo Rastlager und eine Nacht im Namutoni Rastlager. Zebraherde Der ETOSCHA NATIONALPARK umfasst ein Gebiet von 22912 km² und verfügt über ein groß angelegtes Pistennetz, welches sich um und zwischen den drei Rastlagern Okaukuejo, Halali und Namutoni, sowie den zahlreichen Wasserstellen erstreckt.

Wir legten auf unseren Pirschfahrten insgesamt über 530 km zurück.Einen größeren Teil des Parks nimmt die 4731km² große Etoschapfanne ein. Diese Pfanne ist meistens trocken, außer wenn nach schweren Regenfälle die Flüsse im Norden überflutet sind. Vor einigen Millionen Jahren war diese ausgetrocknete Pfanne noch ein großer Binnensee und hatte wenig mit der Bedeutung des Namens Etoscha zu tun. Denn der Name „Etoscha“ bedeutet Großer Weißer Platz. Nach der Ankunft im OKAUKUEJO RASTLAGER bezahlten wir erst einmal die Parkgebühren und bezogen dann unseren Bungalow nahe dem Wasserloch. Okaukuejo diente als Kontrollstelle für die im Jahre 1897 ausgebrochene Rinderpestepidemie, als die deutschen Behörden den nördlichen Teil des Landes abgrenzten. Es wurde ein befestigter Militärposten errichtet, welcher später in eine Polizeistation umgewandelt wurde. Heute ist Okaujuejo Verwaltungs- und Forschungszentrum der Etoschapfanne und das beliebteste Rastlager des Nationalparks. Diese Beliebtheit liegt am Wasserloch, wo eine Vielzahl von Zebra,- Gnu- und Oryxherden ihren Durst stillen. An beiden Abenden kamen gegen 21.00 Uhr Spitzmaulnashörner zum nun beleuchteten Wasserstelle, wo nur eine kleine Steinmauer uns von den Tieren trennte.Noch am ersten Tag brachen wir am Nachmittag zur einer 3-stündigen Pirschfahrt auf. Wir fuhren Richtung Anderson Gate um die sich dort in der Nähe befindende natürliche Wasserstelle Ombika zu besuchen. Nicht weit vom Wasserloch konnten wir eine Giraffe beobachten. Kurze Zeit später fuhren wir weiter zu den Wasserstellen Gaseb, Gemsbokvlakte und Olifantsbad. Besonders die künstliche Wasserstelle Olifantsbad war sehenswert, da wir hier Steinböcke, Kuhantilopen, Schwarznasen-Impalas und Kudus antrafen.

Auf der Rückfahrt (23 km) zum Rastlager kreuzten einige Giraffen unseren Weg. Am zweiten Tag unternahmen wir nach dem Sonnenaufgang eine weitere Pirschfahrt. Da wir am Vortag gute Erfahrung mit der Olifantsbad-Wasserstelle gemacht haben, war diese das erste Ziel unseres Rundkurzes. Auch diesmal konnten wir Impalas und Steinböcke am Wasserloch beobachten. Etwa 9 km weiter befand sich das natürliche Wasserloch Aus, welches unser zweites Ziel war. Etwas enttäuscht fuhren wir weiter zu den Wasserstellen Ondongab und Kapupuhedi. Beide befinden sich an der Hauptpiste Okaukuejo – Halali. Langsam begaben wir uns wieder Richtung Rastlager und hatte zu diesem Zeitpunkt nur wenige Tiere beobachten können. Aber dann auf einmal Stau auf der Hauptpiste. Ein Löwenrudel trottelte gemütlich auf dieser dahin und machten gar nicht den Eindruck, als ob sie die Piste bald verlassen werden. Bei einer Unterführung verließen die Löwen aber dann doch die Piste und suchten sich ein schattiges Plätzen. Wir kehrten nach drei Stunden ins Rastlager zurück.Nachmittags trieb uns die Sehnsucht nach weiteren Tieren zur einer erneuten Pirschfahrt hinaus. Diesmal waren wir fünf Stunden unterwegs. Das Ziel waren die nördlichen Wasserlöcher vom Rastlager aus. Anders als bei unseren anderen beiden Pirschfahrten begegneten wir hier viele Springböcke, aber auch Zebra- und Gnuherden. Die beiden Wasserlöcher Wolfsnes und Okondeka liegen direkt an der Etoschapfanne, aber bei beiden konnten wir keine Tiere beobachten.Da die Pisten zur Adamax-Wasserstelle gesperrt waren, fuhren wir noch zum Leeubron-Wasserloch. Aber auch hier waren kaum Tiere anzutreffen und so machten wir uns auf den Weg zu den von uns favorisierten Wasserstellen Olifantsbad und Aus. Hier trafen wir wieder auf Impalas und Kudus. Bei der Rückfahrt in der Abenddämmerung waren auch Giraffen an der Piste zu sehen.Am dritten Tag brachen wir nach dem Frühstück zum Namutoni Rastlager auf. Beide Rastlager liegen ca. 140km von einander entfernt. Wir hatten also genügend Zeit um unterwegs einige Wasserlöcher anzufahren. Mittags machten wir Pause im Halali Lager, welches ca. 60km von Okaukuejo entfernt war.An der künstlichen Wasserstelle Kalkheuwel wurde unsere Hartnäckigkeit belohnt. Nach etlichen Minuten des Wartens tauchte aus dem Dickicht ein Elefant auf. Nach einer ausgiebigen Beobachtung mussten wir uns dann aber doch irgendwann auf dem Weg zum NAMUTONI machen. Namutoni diente während der Rinderpest Epidemie 1897 als Kontrollstelle. Später nach der Epidemie kontrollierte Namutoni als Grenzposten den Handel mit Owamboland. Das Fort wurde zwischen 1902 und 1903 erbaut und nur ein Jahr später von den Owambos wieder zerstört. Nach den ursprünglichen Plänen wurde das Fort 1906 wieder aufgebaut und 1950 zum Nationaldenkmal erklärt. Seit 1957 ist das Rastlager für den Tourismus geöffnet. Namutoni hieß ursprünglich in der Hererosprache Omutjamatinda was „von oben herab stark fließendes Wasser“ bedeutet.Noch am späten Nachmittag unternahmen wir eine fast 3-stündigen Pirschfahrt. Wir wollten die Fischerpfanne umrunden, welche den größten Teil des Jahres eigentlich unter Wasser stehen soll. Nach 12 km an der Wasserstelle Twee Palms war unsere geplante Umrundung zu Ende. Der Pistenabschnitt durch die Pfanne war gesperrt und so mussten wir wieder umkehren. Daraufhin besuchten wir die Wasserstellen Tsumcor, Groot Okevi und Klein Okevi. Bis zum Sonnenuntergang war noch Zeit und so entschlossen wir unser Glück an der Wasserstelle Klein Namutoni und dem Dikdik Drive. Diese Entscheidung bereuten wir nicht, Giraffen wo hin wir schauten. So viele hatten wir noch nie in so kurzer Zeit zusehen bekommen. Am Ende werden es wohl um die 30 Giraffen gewesen sein, die hier in dieser Gegend um die Wasserstelle und dem Rundkurs umherstreiften.Der Dikidik-Drive ist ein 6 km langer Rundkurs wo die kleinste Antilopenart des südlichen Afrika, das Damara Kirkdikdik vorkommt. Auf der Rückfahrt vom Rundkurs konnten wir dann an der Wasserstelle Klein Namutoni eine Warzenschwein Familie beobachten.Nach einer Nacht im Namutoni Lager konnten wir der Faszination des Etoscha Nationalparks nicht wiederstehen und sind vor der Abreise noch einmal zur Wasserstelle Klein Namutoni gefahren. Und wie schon am Vortag waren Giraffen am Wasserloch.

Etoscha Nationalpark – Okonjima Lodge

ab Namutoni Rastlager Teerstraße bis zum Eingangstor der Lodge, die restlichen 24 km Sandpiste bis zu den Unterkünften ab Namutoni Rastlager Teerstraße bis zum Eingangstor der Lodge, die restlichen 24 km Sandpiste bis zu den Unterkünften Schon bei der Anmeldung am Eingang wartete eine Überraschung auf uns. Gebucht hatten wir das Maincamp mit Halbpension (154,- € pro Nacht) und untergebracht wurden wir im luxuriösen Bushcamp, welche doppelt so teuer war. Es wurde der krönende Abschluss eines unvergesslichen Urlaubs.

 

OKONJIMA ist die Heimat der AfriCat Foundation, einer Organisation zum Schutz und Wieder-Auswilderung von Leoparden und Geparden. In mehreren großen abgezäunten Reservaten werden Geparden, Leoparden und auch Großwild wie zum Beispiel Oryxantilopen, Elenantilopen sowie Warzenschweine gehalten. Die Antilopen werden nicht zur Beobachtung für die Besucher gehalten, sondern dienen als Nahrung für die Raubkatzen. Die zur Auswilderung vorbereiteten Leoparden und Geparden werden in einem Reservat gehalten und müssen sich ihre Nahrung selber reißen. Noch am selben Nachmittag unternahmen wir eine geführte Jeepsafari ins Reservat der Leoparden, wo sich auch noch zwei Geparden befanden. Obwohl die Leoparden einen Sender trugen dauerte es eine ganze Weile, bis wir ein Weibchen an einem Termitenhügel entdeckten. Als wir nur noch zwei Meter von ihr entfernt waren, zog sie sich auf einen Baum zurück und posierte dort förmlich für uns. Selbst unser Reiseführer konnte nicht widerstehen und holte seine Kamera heraus.

Nach dem Abendessen sind wir zu einer Nachtsafari aufgebrochen und konnten von einem Unterstand Stachelschweine, einen Honigdachs sowie eine kleine Wildkatze beim fressen beobachten. Viel Zeit blieb uns am nächsten Tag nicht, dennoch nahmen wir an einer weiteren Jeep-Tour teil. Diesmal fuhren wir zu den Geparden, diese werden aber im Gegensatz zu den beiden anderen oben erwähnten Geparden nicht ausgewildert. Sie würden in der Wildnis nicht überleben, daher werden sie bis zu ihrem Lebensende hier versorgt.Ein weiteres Ziel dieser Jeep-Tour war die Station von AfriCat, wo wir einiges über die Entstehung bzw. Geschichte der Foundation und ihrer Arbeit erfuhren. Hier waren in einen Gehege Wildhunde untergebracht, die als Welpen von einem Farmer lebendig begraben werden sollten. Ein Tierfreund rettete diese und brachte sie hierher. Okonjima Lodge – Windhoek  /  Entfernung: ca. 65 km ab Eingangstor Teerstraße Gegen Mittag verließen wir Okonjima und fuhren nach Okahandja, wo wir auf einen Handwerker-Markt Souvenirs (Holzschnitzereien) kauften. Bis nach Windhoek waren es dann nur noch 65 km, die wir zurücklegen mussten. Nach einer Nacht im Safari Court Hotel ging nun auch dieser Urlaub zu Ende. Gegen 15.00 Uhr hob der Flieger in Windhoek ab.